Mediathek 11/2015

Sänger-Duo trägt Kampf der Geschlechter musikalisch aus

Mit innigen Duetten und emotionalen Soli begeisterten Deborah Sasson und Gunther Emmerlich in „Ein Fall für zwei“ im Uditorium. Auch die humorig-bösen Zwischentexte über die Geschlechter kamen super an.

SABINE ACKERMANN | 09.11.2015

„Lass mich doch einfach sein, wie ich bin“. Wenn man diesen Wunsch beider Geschlechter akzeptiert, dann passt es doch. „Ein Fall für zwei“ heißt das Programm von Deborah Sasson und Gunther Emmerlich, bei dem allerdings wie in der gleichnamigen Krimiserie ansonsten üblich, der Tatbestand „Mann-Frau, Frau-Mann“ nicht vollständig aufgeklärt werden konnte.

Zumindest im ersten Teil lieferten sich beide Gesangskünstler einen von Matthias Suschke am Flügel professionell begleiteten verbal-musikalischen Schlagabtausch in Form einer erlesenen Liedauswahl von Musical- und Opernduetten, Filmmusik und Soli sowie Zitaten der Kategorie heiter bis wolkig. Sie griffen tief in die Kiste der mitunter etwas gemein-bösen Sinnsprüche, mit denen jeder den anderen (über)treffen wollte. „Männer kommen sich wichtig vor, doch meistens ist es Übergewicht“, teilt sie aus, worauf er kontert: „Es gibt drei Arten von Frauen: die schönen, die intelligenten und die Mehrheit“. Wobei da beiden etwas mehr Lockerheit nicht geschadet hätte.

War beim ersten Duett „Ich wollt‘ meine Lieb‘ ergösse sich“ von F. Mendelssohn-Bartholdy die Einigkeit noch groß, passten sich nachfolgende Melodien dem Geschlechter-Kampf und Motto des Abends köstlich an. Die beiden Volksliederbearbeitungen „Ach, wie ist’s möglich dann“ sowie „Und der Hans schleicht umher“ gefielen ebenso wie Rossinis Katzen-Duett, bei dem ihm ein erschrockenes „Wuff“ und ihr die Krallen herausfuhren. Meisterhaft klagt Gunther Emmerlich in der Bass-Arie des Heiratsvermittlers Kezal aus Smetanas „Verkaufte Braut“ über das schwere Los der Männer, hernach verführt Deborah Sasson diese gekonnt in Carmens Habanera-Arie „L’amour est un oiseau rebelle“. Ihre leuchtenden Kollaturen in kristallin-metallischer Höhe sind bisweilen von solcher Durchschlagskraft und einer gewissen Schärfe, dass Gunther Emmerlichs Bass im Zweigesang fast ein wenig unterging.

Viel zu schnell kündigte „As Time Goes By“ aus dem Film Casablanca das Ende des bedeutungsvollen Abends mit auserwähltem Liedgut, zwei Zugaben nebst der Erfüllung vieler Autogrammwünsche an. Bis hoffentlich bald, zum nächsten Fall.